25.07.2022 – Da der gestrige Tag außer sauberen Handtüchern nicht viel brachte, habe ich mich dazu entschieden, einen Tag Blogger-Pause zu machen. Aber apropos Wäsche. Dieser Platz ist echt nervig bis zum Schluss gewesen.

Beim Bezahlen der Waschladungen erklärte mir die Mitarbeiterin, dass die Maschine defekt sei und ich daher die Maschine des Teams nutzen soll. Diese war total versteckt in den Räumen der Mitarbeiter:innen. Sie zeigte mir wie die Maschine funktioniert und sagte mir, dass ich in 20 Minuten kommen kann, da sie dann fertig sei. Ich verstehe in diesem Moment, dass sie einen super-hyper Schnellprogramm eingestellt hat, was bei Shirts und Hemden ohne Flecken ja noch OK ist, aber gestern wollten wir die Handtücher waschen, mit denen wir u. a. auch die Scheiben des Autos geputzt haben. Sprich: nix mit super-hyper Schnell und so. Entsprechend habe ich mich der Anweisung, vor der Wäsche zur Rezeption zu kommen, widersetzt. Vordergründig wollte sie dies, damit sie mir das mit der 90°C Einstellung zeigen kann, aber natürlich gings darum, dass ich nicht mein eigenes Ding mache. Aber hier war ich der gleiche kleine Revoluzzer wie schon beim Schatten-Verbot. Ich also morgens ganz früh da rein und meine Ladung reingepackt und zack, steht da: 03:28 auf der Uhr. Drei Stunden und 28 Minuten. Als ich dann ganz pünktlich meine Wäsche aus der Maschine holen wollte, versammelte sich das gesamte Team um mich, war hektisch, gestresst und mit einer sehr angespannten und zornigen Freundlichkeit, weil ich die einzige Maschine den gesamten Vormittag blockiert habe. So sind se, die Deutschen. Stehen früh auf und packen ihre Handtücher irgendwohin und blockieren somit alles für andere.

Kurz danach verabschiedeten sich dann unsere Paderborner Nachbarn, die unter uns parkten, sodass wir doch tatsächlich für kurze Zeit einen Seaside Platz hatten. Zumindest so halbwegs. Man konnte das Meer wenigstens sehen.

Schon wieder ganz schön viel Text, obwohl so wenig passiert ist.

Heute haben wir Kroatien dann vorübergehend verlassen und sind nach Bosnien-Herzegowina gefahren, um die Stadt Mostar zu besichtigen. Die Route führte uns durch die Berge und an wunderschönen Seen und Kanälen vorbei, jedoch weg vom Meer. In weniger als zwei Stunden waren wir dann schon in Bosnien-Herzegowina. Mein erstes Mal in einem Nicht-EU-Land, wie aufregend. Die Einreise ging dann aber ganz fix. Die bosnischen Behörden sahen auch nicht so aus, als wollen sie großartig etwas kontrollieren vielleicht sahen wir aber auch einfach so vertrauenswürdig aus. Als erstes haben wir dann unser Mädchen vollgetankt. Umgerechnet für 1,71 Euro/Liter. Kann mich gar nicht mehr daran erinnern, dass Diesel Mal unter 2,- gekostet hat. Das muss wohl die „gute alte Zeit“ gewesen sein, von der alle immer reden.

Nach dem Tankstopp kurvten wir durch die süße und echt schöne Innenstadt. Natürlich haben wir die bekannte Brücke besichtigt, aber auch die kleinen Gassen mit ihren Läden und Straßencafés sind richtig bezaubernd. Ein Charme, den man in vielen Starbucks- und McDonalds-Verseuchten Städten vermisst. Die Stadt verdeutlicht die Mischung der Muslimisch-Christlichen-Prägung des Landes. Moschee inkl. Friedhof an der einen Ecke. Kirche inkl. Friedhof an der nächsten. Wie unterschiedlich Gräber der verschiedenen Glaubensrichtungen sind, war mir so nicht bewusst, obwohl es ja eigentlich logisch ist.

Nach unserer Stadtbesichtigung gings zum Womo-Platz, auf dem wir ganz alleine waren. Zwei Zelte standen am Wasser, aber kein einziges Fahrzeug. Zwei Wohnmobile sind abgefahren, als wir kamen, aber sonst war nichts los. Wir dachten schon, dass der Tourismus in Bosnien vielleicht der Grund sei, aber wir wurden eines Besseren belehrt, denn nun ist der Platz voll. Die Uhr verkündet mittlerweile 22:30 Uhr und noch immer trudeln Wohnmobile ein. Da wir nur eine Nacht in Bosnien-Herzegowina verweilen, haben wir kein Geld gewechselt, daher war ich bei diesem abgelegenen Platz kurz unsicher, ob wir überhaupt mit Karte zahlen können. Die Sorgen waren jedoch unbegründet, denn hier zahlt man mit Euro. Unglaublich: das erste Nicht-EU-Land auf unserer Tour und alles auf dem Platz wird in Euro bezahlt.

Morgen führt uns der Trip dann noch ein letztes Mal durch Kroatien, um dann in Montenegro zu übernachten, bevor es dann übermorgen nach Albanien weitergehen wird.