Der Sommerurlaub ist schon lange vorbei und die Planung der nächsten Reisen sind schon auf Hochtouren, aber die letzten Etappen der Balkantour 2023 wollten wir euch trotzdem nicht vorenthalten, daher hier der Nachtrag zum Sommerurlaub des letztens Jahres.

Wie im letzten Beitrag erklärt, kehrten wir nach langem Suchen auf dem Lakeside Campingplatz in Győr (Ungarn) ein. Das ältere Betreiberehepar war sehr nett und freundlich und sprach erstaunlicherweise besser Deutsch als Englisch. Aber der Platz selbst war nicht so schön. Die Wiesen, auf denen die Womos und Zelte standen, waren sehr trist, der See war vom Platz aus nicht zu sehen, dafür war eine Autobahn zu hören, die scheinbar zu einer Rettungswache oder einem Krankenhaus führte, auf jeden Fall war ständig Sirenenlärm zu hören. Der kleine Pool war nicht zu nutzen, da er angeblich gereinigt wurde. Jedoch tat sich während unseres Aufenthalts dort nichts. Die Sanitäranlagen waren nicht nur alt, sie waren auch sehr unpraktisch. So gab es keine Möglichkeiten sein Handtuch oder die frische Wäsche in Duschnähe zu platzieren, weshalb man quer durch den Duschraum laufen musste, dessen Tür nicht schließbar war, was zur Folge hatte, dass die Personen, die gerade ihre Hände am Waschbecken wuschen, einen beim Nacktspaziergang freundlich begrüßten. Aber hey, wir sind ja jetzt Ossis, da ist das ja mit der Freikörperkultur nicht so wild, also grüßte ich freundlich zurück. Auch unpraktisch war das Frisch- und Grauwassersystem. Eine Wiese, bei der der Abfluss nicht so ganz klar war, Matsch und Pfützen waren das Resultat. Auch das Internet war mangelhaft, was uns nicht weiter störte, sich aber „gut“ ins Bild einreihte.

Für das Angebot, war der Preis zu hoch, aber für unsere kurze Ruhephase war es ausreichend.

Unmittelbar bevor wir den Platz erreichten, kauften wir noch fix das Nötigste ein. Unter Anderem gabs freundliches Brot, dass uns im Imperativ und in Gossensprache aufforderte, es zu verzehren, sowie Sekt und Wein, der rein namenstechnisch wie für mich gemacht war. Ich streiche ein T und möchte lösen!

Dass wir nun den Bericht so spät verfassen hat in diesem Zusammenhang aber auch sein Gutes, denn beide Getränke haben wir erst kürzlich geöffnet. Der Sekt war eine so soße Plörre, dass selbst ich ihn nicht mochte. Juergen, der ohnehin keinen süßen Wein trinkt, mochte ihn sowieso nicht. Und der Wein, nun ja, wir haben eine Bowle draus gemacht, so war er wenigstens trinkbar!

Vom miesen Platz am See gings dann weiter in Richtung Tschechien. Die Strecke zog sich nicht nur, wir kamen auch in einen Stau, der dazu führte, dass wir eine kleine Pause einlegen mussten. Solange wir am Fahren sind, ist der Fahrtwind als Kühlung super, wenn man aber im Stau steht heizt sich das Womo doch sehr auf, daher suchten wir uns einen Schattenplatz, frühstückten und Juergen erholte sich, um weiterfahren zu können.  Unser Ruheort war auch wirklich schön, wir fuhren über Brücken auf irgendeine Insel, auf der wir direkt unter Bäumen an einem kleinen Bach standen. Als wir die Reise Fortsetzten attackierte mich noch eine Wespe, auch wenn ich den Kampf gewonnen hatte, musste ich meine Wunden kühlen. Nur gut, dass wir immer Bierdosen in der Truhe hatten.

Der letzte Halt war dann in Tschechien, auch hier mussten wir erst den Platz am See suchen, als wir ihn dann gefunden hatten, stapfte ich in die stickige und dunkle Rezeption, in der alles sehr befremdlich war. Wir erhielten Duschmünzen für horrende Preise, mit minimalster Duschzeit pro Münze. Dann fuhren zu den Stellplätzen, die zwar schön am See lagen, aber dummerweise waren dort alle Stromkästen „Out of order!“. Nur gut, dass wir ausreichende Verlängerungskabel an Bord hatten. Also gefühlt einmal quer über den Platz gelaufen, der auf mehreren Etagen angelegt war, um an Strom zu gelangen. Nach einer Nacht gings dann auch schon wieder weiter, mit kurzem Stopp bei einem KFC, um seit 100 Jahren mal wieder bei einer Fast-Food-Kette eine Portion Pommes zu schnabulieren. Von da aus gings weiter in Richtung Deutschland! Dieses Mal endete der Urlaub zum Glück ohne Corona.