...auf Reisen

Teil 11 – Auf nach Vlora

Gestern sind wir am Strand von Borsh mit Meeresrauschen in den Ohren aufgewacht, um wenig später durch Lautes „Mähen“ begrüßt zu werden. Ein Blick aus dem Fenster verriet, dass wir von Schafen umzingelt wurden. Süße kleine Schäfchen, die um uns herum trotteten und uns anmähten.

Wenig später pfiff ein Mann auf der anderen Straßenseite, der schon zur nächsten Straßenecke vorgelaufen war und alle Schafe marschierten los. Fast schon aufgereiht liefen sie schön brav zum Besitzer, der sie dann von uns weg führte. Doch dann gings plötzlich los. Wildes Gebrüll eines einzelnen Schäfchens, das vor unserem Womo hervorkam. Abgelenkt wie es scheinbar war, hat es seine Herde verloren. Die Rufe wurden immer lauter, bis der Hirte es bemerkte und erneut mehrfach Pfiff und zack, rannte das Schaf in gerader Linie, querfeldein, zu seiner Herde zurück. Sonst hätten wirs mitgenommen. Ein Schäfchen für zu Hause wäre doch was Feines.

Dann starteten wir frühzeitig, um in Richtung Vlora aufzubrechen. Die Route führte uns durch die Berge, eine Strecke die wir letztes Jahr in entgegengesetzter Richtung fuhren. Und obwohl die Straßen nicht neu für uns waren, wunderten wir uns doch wieder, wie extrem hoch die Wege uns über die Berge führten. Juergen witzelte kürzlich noch, warum hier überall Schilder mit „Schneeketten“ stehen. Nachdem wir quasi durch die Wolken fuhren, wussten wir wieder warum Schneeketten hier sicherlich öfter benötigt werden, als man denkt.

Landschaftlich war die Strecke wieder atemberaubend schön. Meerblick und ab durch die Berge. Ein Traum!

In einem süßen Bergdörfchen hielten wir bei einem großen und recht modernen Bäcker, der laut Internetbildchen sogar Baguette und Croissants verkauft. In freudiger Erwartung auf schmackhafte Backwaren stapfte ich in den Laden, dessen Besitzer scheinbar ein Namensfetter von mir ist, um dann enttäuscht zu werden. Eine große, aber recht leere Theke. Gut, es gab deutlich mehr Auswahl als sonst, was aber bei einer Brotsorte, die man sonst bekommt, nicht sonderlich schwierig ist. Dennoch war alles im Angebot recht ähnlich. Aber neben den Broten gabs auch einen einzigen Kuchen. Käsekuchen aus Frischkäse mit Kirschkompott und einem Nussboden. Der war so lecker, wie es klingt! In Sachen Süßspeisen war die Auswahl dann auch deutlich besser. Alles ganz umweltbewusst in Alu- oder Plastikschalen, die dann für mich als „To-Go-Kunden“ nochmal in Plastikschalen mit Deckel verpackt wurden. Alles zusammen dann noch in eine Plastiktüte, aus dickem reißfestem Plastik, der Umwelt zu Liebe!

Davon abgesehen war der Bäcker aber für albanische Verhältnisse ein absolutes Highlight!

In Volra, bzw. dem Speckgürtel Vloras angekommen, haben wir erst einmal die Einfahrt des Campingplatzes „Camping Vlora“ verpasst, da wir diese ganz anders in Erinnerung hatten. Nach ein wenig Suchen, rumkurven und Zeitverlust sind wir doch noch so rechtzeitig eingetroffen, dass wir den letzten Platz in erster Reihe, am Ionischen Meer ergattern konnten.

Wer unseren Blog im letzten Jahr bereits verfolgte: Wir sind auf dem Platz, auf dem wir massiv von Italienern belästigt wurden, die uns umzingelten und sehr übergriffig unser gesamtes Womo mit Insektiziden besprühten, da ja total überraschend in der Natur Ameisen leben. Die unsere Wäsche wegschoben, um sich mit den verschwitzten Körpern durchzuquetschen, damit man nicht außenherum laufen muss. Ach und Corona haben wir uns hier auch abgeholt. Der Platz blieb uns also durchweg in positiver Erinnerung, daher sind wir erneut hier.

Nein im Ernst. Der Platz ist schön gelegen und wegen des Windes, der hier dauerhaft herrscht, auch echt angenehm bei den aktuellen Temperaturen. Außerdem haben wir uns extra den Italiener-Schutz und Sturmseile für diesen Platz gekauft, das alles will ja sinnvoll genutzt werden.

Und so sieht es hier gerade aus: Leerer Strandabschnitt, Meeresrauschen, Sonne, Urlaub pur!

1 Kommentar

  1. Geller

    Schöne Fotos und einen schönen Platz habt ihr euch ergattert. So lässt es sich leben.

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