(Anm.: Den folgenden Text habe ich bereits am 24. Juli 2023 verfasst, aber da unser neuer Webhoster „Strato“ uns massiv geärgert hat, aber dazu irgendwann mehr, konnten wir den Bericht erst heute veröffentlichen.)

Nach der Serbien-Panne gings dann wie angekündigt weiter nach Montenegro. Dort hatten wir bei einem sehr süßen und familiären Platz namens „Camp Rabrenovic“ gebucht, der in den Bergen lag und mit schattigen Plätzen für die nötige Abkühlung sorgte. Hier wurde es nachts so kalt, dass wir sogar die Fenster schließen mussten. (Spoiler: Das werden wir so schnell nicht mehr erleben)

Als wir ankamen, begrüßte uns ein freudestrahlender Mann mit den Worten „Welcome at my home!“ und so war es auch, man merkte, dass der Inhaber selbst dort lebt und den Platz zwar mit einfachen Mitteln aber mit Liebe gestaltet hat. Als Begrüßungsgetränk gabs erst einmal einen gekühlten hausgemachten Saft und die Information, dass eine Übernachtung 15 Euro kostet, man aber ab zwei Nächten nur noch zehn Euro pro Nacht zahlen würde. Er grinste, zeigte den Daumen hoch und sagte auf Deutsch „Interessant!“

Nichts destotrotz wollten wir am Folgetag weitereisen, da wir ja bereits am See in Albanien erwartet wurden und da wir bereits mehrfach die Reservierung nach hinten verschieben mussten, wollten wir unbedingt zügig starten. Deshalb beeilte ich mich auch morgens beim Kaffeekochen und Spülen. Blöde Idee! Ganz ganz blöde Idee! Denn in meiner Eile blieb ich mit dem Wasserkessel am gerade aufgefüllten Porzellanfilter hängen, dieser fiel im hohen Bogen von der Kanne, verteilte den heißen Kaffeesatz im kompletten Küchen-/Eingangsbereich und setzte unseren Gasherd unter Kaffee-Wasser-Matsch. Zum Glück habe ich nichts abbekommen, sodass ich in diesem Jahr (mal anders als letztes Jahr) Montenegro ohne Verletzung passieren konnte.

Dennoch war dann so viel zu putzen (Tür, Wand, Herd, Küche, Schränke, Unterschränke inkl., aller darin befindlichen Töpfe, Schüsseln, Deckel, etc.), dass wir uns dann doch dazu entschieden haben, das Angebot des Inhabers anzunehmen und eine Nacht zu verlängern. Weise Entscheidung, denn alleine der Ausbau und die Reinigung des Brenners war so zeitaufwendig, dass wir gar nicht hätten starten können.

Als wir dann schon so den Feudel schwingend unterwegs waren, haben wir gleich nochmal einen Hausputz gemacht und auch alle Scheiben geschrubbt.

Nach einer weiteren kühlen Nacht gings dann weiter nach Albanien.

Dort angekommen kauften wir uns als erstes eine Vodafone Tourist Pack Sim, die uns ein dreiwöchiges 100 GB Datenvolumen für nur 29 Euro ermöglicht. Die nette Dame im Shop richtete alles ein, überzeugte sich von der Funktionalität und schon konnte das Surfen losgehen.

Weiter gings zum Platz „Lake Shkodra Resort„, den wir bereits im letzten Jahr 2x besuchten. Hier wird wie im letzten Jahr unser erster und letzter Stopp in Albanien sein. Aber bereits ein Jahr reichte aus, um den Platz zu verändern. Wo einst die Rezeption war ist jetzt ein klimatisierter kleiner Shop, der alles bietet, was man so braucht. Da ich das aber erst nicht bemerkte, stapfte ich rein und wurde von einer sehr jungen Frau lächelnd auf perfektem Deutsch begrüßt. Grammatik und Wortschatz waren so umfangreich ausgeprägt, dass ich kurz überrumpelt war. Ihr Sprachniveau (für alle DaZler unter euch, lag mindestens bei B2 eher C-Niveau). Sie erklärte mir dann, wo ich nun die Rezeption finde. Währenddessen wurde sie unfreundlich und genervt von einem deutschen Paar angezickt, weil der kleine albanische Laden auf dem Campingplatz allen Ernstes keinen Äppelwoi (Viez/Apfelwein/Cidre, nenn es wie du willst) hatte. So eine Frechheit oder?! (Brigitte, wie war das noch mit dem Apfelwein auf Albanisch?! Hihi)

Wir checkten ein, parkten, richteten uns notdürftig ein und starben fast bei der Hitze. Gut, dass Jürgen die Idee hatte, fürs Wohnmobil einen großen Ventilator zu besorgen. Ohne ihn würden wir nachts sicher keinen Schlaf finden. (Außer in Montenegro… 😊)

Am nächsten Tag frönte ich meiner Leidenschaft: dem Wäschewaschen.

Ich stapfte zu den Maschinen, deren Platz und Bedienung ich noch aus dem Vorjahr kannte und freute mich, dass ich die letzte Waschmaschine ergattern konnte, die mit Euros funktionierte, so dass ich nicht zur Rezeption musste, um Coins für die anderen Maschinen zu besorgen. Hinter mir stapfte das Sauergespritzte-Apfelwein-Paar, wieder übellaunig drein guckend, in den Waschraum und echauffierte sich darüber, dass von fünf Maschinen doch glatt eine defekt und zwei in Benutzung seien und sie nun zur Rezeption müssen um Coins zu kaufen.

Weil bei meiner Maschine das Geld zwar reinfiel, aber nichts passierte, fragte ich, ob sie wissen, ob diese (die meinige) Maschine auch defekt sei. „Hä, pfff“ erwiderte das freundliche Fräulein achselzuckend mit Mundwinkeln die Angela Merkel wie eine Grinsekatze wirken lassen und drehte sich zu ihrem Göttergatten um und bat freundlich „Geh Coins holen!“. Er stapfte dann auch mit hängenden Schultern davon.

Ich bin dann hinterher, da die Maschine ja leistungslos mein Geld verschluckte. Die nette Dame an der Rezeption kam dann mit und war ihrerseits auch vier Euro ein. Nutzlos, weil hatte ich ja schon gemacht, aber egal. Sie rief dann den Chef, dieser baute die Maschine auseinander und sah, dass einer eine Plastikmünze darin versenkt hatte. Dummerweise funktionierte dann nichts mehr und die zweite Maschine erhielt ein „Out of order“ Schild und ich mein Geld zurück.

Als dann die Coin-Maschinen frei waren ging ich erneut zur Rezeption, um mir selbige zu kaufen und ratet mal, wem ich dort begegnete. Nein, nicht dem Apfelwein-Paar, sondern ‚“Honey“, der mich freudestrahlend begrüßte und fragte, ob ich dieses Mal alleine hier sei oder wieder mit meinem Mann… hust!

Abends konnten wir dann noch einem netten Schweizer mit Vodafone-Tipps aushelfen. Im Womo stellte ich dann fest, dass ich trotz Schatten der Markise, einen leichten Sonnenbrand bekommen habe. Mit Apre Sun eingecremt konnten wir uns dann bei „frischen“ 30 °C zur Bettruhe begeben.

Gestern kamen dann drei junge Motoradfahrer an und zeigten uns, dass wir Deutsche auch freundlich sein können. Lachend zerstörten sie die Wäscheleine, die Vorgänger vergessen hatten, da diese unter dem Gewicht der Motoradkluften zu reißen begann.

Während Jürgen sich irgendwelche Bänder im rechten Seitenbereich gedehnt hat und nun bei vielen Bewegungen leider Schmerzen hat und deshalb einen Tag vorm Ventilator lag und einfach mal entspannte, lag ich vorm Womo in der Liege und frönte meiner zweiten Urlaubs-Leidenschaft: Biertrinken!

Angesäuselt und bei 38 °C (Mit Wetter-Hinweis: Fühlt sich 11 °C wärmer an) im eigenen Saft schmorend, kam ich auf die glorreiche Idee den Salat fürs Abendessen vorzubereiten.

Ein kleiner Hinweis: Alkohol + Hitze + scharfe Messer sind nicht die klügste Kombination! Für euch getestet!

Heute haben wir dann im Shop nochmal für Biernachschub gesorgt, wo wir von der netten deutschsprachigen Mitarbeiterin beraten wurden. Auf meine Frage, warum sie so extrem gut Deutsch spricht, erwiderte sie „Ach, ich war da mal sechs Monate!“

Also wenn sechs Monate ausreichen, um eine Sprache so fließend zu lernen, werde ich jetzt eine Weltreise machen und jedes Jahr zwei Sprachen lernen… Aber bevor ich die erste Sprachreise eintrete, erst einmal: Prost!