Die letzten beiden Tagen standen im Zeichen des Abhängens. Am Donnerstag haben wir das Rumgeliege und Nichtstun unterbrochen, um unserem Ventilator ein neues „Zuhause“ zu verpassen. Da dieser immer im Weg rumsteht und ich ihn schon umwarf, um dann reflexartig in die rotierenden Blätter zu greifen, haben wir uns dazu entschieden, das gute Stück endlich im Womo zu verbauen.
Jürgen hatte das schon zuhause alles vorbereitet, sodass wir unmittelbar vor Abreise noch fix beim Baumarkt anhielten, um dort neben einer neuen Gasflasche dann auch noch alles für den Venti-Einbau notwendigen Teile zu besorgen.

Vorgestern war der Einbau dann endlich soweit.
Für Abwechslung sorgte ein riesiges Womo aus Frankreich, dessen Eigentümer ein Rollstuhlfahrer war. Sein Womo hatte einen Aufzug. Richtig „Wild“ wie die jungen Menschen sagen würden.

Noch wilder war aber, dass ununterbrochen irgendwelche Deppen (inklusive mir) davor stehen blieben, um Bilder davon zu machen. Zu meiner Verteidigung sei gesagt, ich musste nicht hinlaufen, um das Foto zu machen, da er ja wie gesagt direkt hinter uns stand. Wirkte also nicht so nervig, wie der Rest. Ganz schlimm fand ich aber eine Gruppe, die kamen als der Eigentümer ausgeflogen war. Sie kletterten am Womo hoch, posierten mit ihm, verstellten den Tisch und sein Eigentum, um bessere Bilder machen zu könne. Ekelhaft, solche Leute. Alle anderen haben ihn wenigstens immer gefragt, ob sie ein Foto machen dürfen oder haben es recht unauffällig gemacht. Aber das war so distanzlos. Da waren bestimmt Italiener…hust.
Gestern haben wir den Tag dann mit wirklich nahezu durchgehend mit liegen verbracht. Abgesehen vom Spülen, dem Einkauf im Camping-Kiosk, dem Waschen von Wäsche (hehe) und dem Zubereiten von Salat, haben wir nur rumgelegen, Musik gehört, Handyspiele gespielt und gelesen.

Und während ich so musikhörend auf der Liege lag, standen plötzlich eine ganze Kindergartengruppe vor mir. Unzählige kleine Girlies, die tuschelten, ob sie mich einfach stören könnten. Da ich nur mit einem Ohr Musik hörte, vernahm ich die Unterhaltung und signalisierte den Mädels, dass sie gerne „stören“ dürfen. Könnte ja sein, dass sie Hilfe brauchen oder einen Übersetzer oder was auch immer. Dann trat dir größte nach vorne und fragte mutig: „Wollen sie vielleicht schöne Steine kaufen?“, während ein weiteres Mädel einen Schuhkarton mit angemalten Steinen präsentierte.
Geschäftstüchtige kleine Damen! Und wirklich mutig, auf dem Platz rumzulaufen und wildfremde Menschen anzusprechen.
Kaum waren sie weitergezogen, kam die nächste Mädelsgruppe, die entweder sie selbe Idee hatte oder (so unsere Vermutung) durch die erste Gang inspiriert wurde, selbiges zu tun. Sie präsentierten ihre Steine in einer Plastikschale.
Als ich abends vom Duschen zurückkam, hörte ich eine Frau, die scheinbar von der Bar zurückkam, entsetzt Fragen: „Schlaft ihr noch gar nicht?“
Die Antwort der beiden Gören: „Nein Mama, wir müssen doch noch Steine bemalen…“
Lustig diese kleinen Mädels. Gewusst wie.
Aber echt! Wüsste ja gerne wie viel sie verdient haben. 😊