Gestern haben wir das gemacht, was bescheuerte Menschen in ihrem fünfwöchigen Urlaub halt so machen: Die Steuer!

Naja gut, wir haben zuhause bereits alles vorbereitet, aber der Urlaub kam so plötzlich und das Jahr war so voll gepackt mit Faullenzen und Dinge vor sich herschieben, da blieb halt keine Zeit für die Steuer.

Deshalb haben wir gestern nochmal die Kontoauszüge gesichtet, den Fahrtenplan erstellt und Rechnungen, Spendenbelege, etc. sortiert und unserer Steuerberaterin alles hochgeladen, sodass diese jetzt noch einen Monat Zeit hat, alles zu bearbeiten. Gut, dass sie selbst so chaotisch ist und immer sagt, dass man noch jede Menge Zeit für alles hat, sonst würden wir uns ja fast schon schämen. Andererseits bezahlen wir sie ja auch dafür…

Da wir ja versuchen möglichst alle Ferientage mit Reisen zu verbringen, bleibt es auch nicht aus, mal ein paar Ferientage am Schreibtisch zu verbringen. So habe ich auch in den letzten Tagen immer wieder an der Schulhomepage gebastelt, Texte verfasst, einen Downloadbereich installiert und die wichtigsten Formulare für den Schulstart hochgeladen und Anleitungen für meine Kollegin erstellt, die mich zukünftig bei der Homepagegestaltung unterstützen soll.

Nachdem wir dann den gestrigen „Arbeitstag“ beendeten und den Feierabend einläuteten, habe ich im hiesigen Restaurant Pizza besorgt, die wir dann gemütlich im Womo verputzten, während wir uns mit Hilfe der ARD Mediathek und der Tagesschau auf den neusten Stand gebracht haben.

Während ich so auf die Bestellung wartete, saß ich im Restaurant mit Blick auf den See und erfreute mich über den wunderschönen Sonnenuntergang. Dann kam ein Kellner und fragte ganz freundlich, ob es für mich OK sei, wenn ich den Tisch „freigeben“ könnte, da alles besetzt sei und eine Familie zum Essen kommen wolle. Ich sagte, dass das selbstverständlich kein Problem sei und wartete an der Theke auf mein Essen. Das war den Kellnern so unangenehm, dass sie mir einen Stuhl bringen wollten, mich zigmal fragten, ob alles OK für mich sei oder sie noch was für mich tun könnten, etc. Sehr süß. Aber hätte ich ahnen können, welche Familie den Platz wollte, ich hätte abgelehnt und gesagt „alles meins!“, denn um die Ecke stapften dann zwei Kinder begleitet von einem Mann mit hängenden Schultern und einer grimmig guckenden Frau. Das Apfelwein-Paar inklusive Nachwuchs.

Aber ich bin ja nicht so, denn wie schrieb Jerome ans Smartboard: „Herr Geller ist ein Süßer“ und wo er recht hat, hat er recht…

Jürgen hat den Morgen dafür genutzt, unseren nächsten Stopp herauszusuchen und dort für zwei Nächte anzufragen. Der nächste Halt wird dann Camping Rei sein, ein Campingplatz am Ohrid See. Darüber haben wir kürzlich gelernt, dass wir euch ein ganzes Jahr lang angelogen haben. Denn wir haben vor unserer ersten Albanienreise eine Doku gesehen, in der sowohl der Lake Ohrid als auch der Lake Shkodra (an dem wir aktuell sind) thematisiert wurden. Während letzterer zwar der größte See Albaniens ist, ist er nicht der älteste in Europa, was wir fälschlicherweise behauptet haben. Wir haben die Informationen aus der Doku durcheinandergeschmissen. Der älteste See ist nämlich der Ohrid See, den wir morgen erstmals aufsuchen werden. Also vergesst, was wir behauptet haben! Morgen gibt es dann die ersten Bilder des ältesten Sees Europas.