Dienstag, 19. Juli 2022 – Auf vielfachen Wunsch, kommt es mit dem heutigen Eintrag zu einer bahnbrechenden Erneuerung auf unserem Reiseblog: Die neusten Einträge stehen jetzt oben, ihr müsst also nicht mehr scrollen. Grüße gehen raus an Svea und Anna 😊
Aber sonst ist gar nicht viel passiert. Wir haben gestern den Platz erkundet und dabei doch glatt ein KFZ mit einem WIL-Kennzeichen entdeckt. Wittlicher sind echt überall. Wenn ich die dazugehörigen Besitzer:innen entdecke, bringe ich mal in Erfahrung, woher sie genau kommen. Muss da immer dran denken, wie ich mal im Berliner Umland beim Rewe aufgrund meines Nummernschilds (damals noch WIL) angehauen wurde und sich dabei rausstellte, dass er in Lieser geboren und aufgewachsen ist und er meinen Patenonkel kennt. Die Welt ist halt ein Dorf.
Aber nun zurück zum gestrigen Tag. Nach der Erkundung gings zum hiesigen Supermarkt. Obwohl wir in Ungarn verweilen, war das Kauferlebnis sehr deutsch. Zu deutsch für unseren Geschmack. Wir mussten recht lange suchen, um ungarische Produkte zu finden. Schade, aber das liegt wohl am Touri-Hotspot Balaton. Die Google-Bewertungen ließen dies schon vermuten, so hieß es dort „Ein toller kleiner Markt, der auf die Bedürfnisse deutscher Touristen Rücksicht nimmt!“ Rücksicht nimmt? Bedürfnisse? Man oh man, kein Wunder, dass wir Deutschen so unbeliebt sind. Ich hatte schon Angst, dass sie im Laden schon ihre Handtücher über die Schweinshaxen geworfen haben.
Nun gut, ein wenig was Ungarisches haben wir dann doch gefunden und das wurde dann auch auf der Terrasse verköstigt. Dabei beobachteten wir unsere Nachbarn an der Anglerfront. Und das ist nicht übertrieben, denn die Angler bilden hier am See tatsächlich eine Front. So weit das Auge reicht, überall Hightech-Angeln mit Blinklicht, wenn was dran zieht und sonstigem Schnickschnack. Unser direkter Nachbar war gefühlt drei Stunden damit beschäftigt, sein Gummiboot zu beladen und einzurichten, um dann rauszufahren und die Angeln auszulegen, danach kam er zurück, kalibrierte irgendwas mit seinem Laptop und plötzlich blinkte und piepte es überall. Verrückt. Letztendlich wussten wir aber schon vorher, dass er einen Vogel hat (siehe Bildergalerie). Erfolg hatte aber nur der Nachbar hinter uns, der einen Fisch an Land zog. Dieser arbeitete wiederum mit einem Stand-Up-Paddler zusammen, der rausfuhr, um für ihn die Fische anzufüttern. Ein echtes Spektakel und pure Unterhaltung für uns.
Gegen 21 Uhr verschlug es uns dann nach drinnen. Dort gabs einen ungarischen Nachttrunk, bei dem sich mir die Fußnägel aufrollten. Brrrrrr, bittere Plörre! (Ihr merkt: das Fußthema ziehe ich jetzt durch bis zum Schluss.)
Und während ich diese Zeilen hier auf der Terrasse schreibe, fährt der Nachbar wieder zum Angeln, raus, ein Kind lernt mit Opa das Stand-Up-Paddeln (Ob ich das noch in eurem Pool lernen werde, Birgit? 😊 Sieht schon cool aus, was die hier so treiben! Und Brigitte hat ja schon neue Boards, die jetzt in der Wanne ihr Quarantäne-Leben fristen müssen), ein kleines Motorboot legt ab, ein Segelschiff treibt vor sich her und zwei kleine süße Enten kommen rum, um mich zu begrüßen.
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