26.07.2022 – „Morgenstund hat Gold im Mund“, frei nach diesem Sprichwort sind wir heute recht früh in Mostar aufgebrochen, da wir einen längeren Trip vor uns hatten. Dieser führte uns erst einmal zurück nach Kroatien. Das hatten wir uns zwar anders gedacht, aber ok. Also genau die gleichen Straßen und Wege zurück, die wir nach Bosnien rein auch schon fuhren. Vorbei an den schönen Bauten, kleinen Kanälen und Seen, aber auch wieder stehen in der Baustelle. Argh, erster Zeitverlust. Diesem sollten jedoch noch weitere folgen. An der Grenze gings noch viel schneller als gestern. Wuuuhuuu! Toll, das schein zu laufen. (Spoiler: Diese Grenze scheint eine Ausnahme zu sein)
In Kroatien angekommen, führte uns der Weg durch die Berge, mit einem beeindruckenden Panorama, nur um dann wieder die Grenze in Richtung Bosnien, jedoch nun an der winzig kleinen Bosnischen Küste, zu überqueren. Und hier dauerte es schon ein wenig länger, weil einfach deutlich mehr los war, als in den frühen Morgenstunden. Wir passierten den Küstenort Neum, der jedoch von den Bauten eher an Touri-Ballermann-Flair erinnerte.
Nach Neum verlassen wir Bosnien-Herzegowina endgültig und reisen erneut in Kroatien ein. Erstaunlich, wie dieses Land nahezu die gesamte Küste für sich reklamieren konnte, sodass Bosnien leer ausging. An der Grenze haben wir erneut etwas länger gestanden, aber letztendlich gings dann doch recht fix.
Weiter gings durch Kroatien zum Zwischenstopp Dubrovnik. Eine sehr schöne Stadt, die an jeder Ecke, die wir zu sehen bekommen haben, etwas anders aussah. Mal moderner Hipster-Charme, mal alte Burgen, kleine Gassen und Cafes, Große Einkaufszentren, hier ist alles dabei.
In den Bergen über Dubrovnik haben wir dann um kurz nach 12 Uhr unsere „Frühstückspause“ gemacht, um gut gestärkt nach Montenegro aufbrechen zu können. Außerdem hat unser Mädchen hier die 200.000km Marke geknackt. Die Aussicht und Natur auf der Fahrt genießend, standen wir plötzlich an der Grenze. Da wir nun auch Kroatien aber endgültig verlassen wollten und noch 544 Kuna (so dachten wir zumindest) im Säckel hatten, kehrten wir um, und suchten uns den nächsten kleinen Supermarkt. Ein absolutes Touri-Highlight! Das kann ich jedem Kroatienurlauber nur empfehlen. Im Supermarkt rannten unzählige aufgescheuchte Touristen (überwiegend Deutsche) rum, füllten ihren Einkaufswagen und rechneten fleißig mit dem Smartphone mit, ob und was noch gekauft werden soll. So auch ich. 😊 Ein Paradies auch für Kinder. Eine Deutsche Familie musste so viel Geld loswerden, dass sie gleich mit drei Wagen umherirrten und durch die Gänge Sätze riefen wie „Schatz, Mayo?“ – „Ja, pack ein, alles rein!“. Und so wurde auch jeder Wunsch der Kids bejat, so dass diese mit strahlende Augen Ü-Eier, Schokolade und Chips in den eigenen Wagen luden. Ganz stolz wurde ich das Ganze Geld, bis auf den letzten Kuna los. Mit überfülltem Wagen (u.a. endlich mit Apfelwein, auch wenn wir diesen schon aus Lissabon kannten. Aber danke nochmal an Brigitte, für die Unterstützung) kam ich zurück zum Wonmobil, wir verstauten alles und fuhren weiter in Richtung Grenze. Auf dem Weg zückte ich das Portemonnaie und verkündete, wie gesagt sehr stolz: „Alles verbraten, jetzt habe ich hier nur noch im zweiten Fach einen 5-Euro-Schein!“ Zückte diesen, wedelte damit und sagte „Ach, Scheiße!“, denn der Euro-Schein entpuppte sich als ein 10-Kuna-Schein. So ein Dreck. Aber Juergen drehte todesmutig und hielt bei einem kleinen Was-auch-immer-Laden an. Neben Parfum, Alkohol und Mode gabs dort auch Twix. Zwei Twix und ein Trinkgeld für die Kassiererin und zack, alle Kuna weg. Denn aufheben macht keinen Sinn, da Kroatien ab nächstem Jahr der Euro-Gruppe angehört. Nun gings zum dritten Mal in Folge zur Grenze.
Und oh man, diese Grenze ist der Endgegner! In der Sonne zwei lange Schlangen und nichts tut sich. Worans lag werden wir wohl nie erfahren, denn als wir an der Reihe waren guckte der Polizist nur für eine Millisekunde auf unsere Ausweise und winkte uns durch. Während wir dann so gemütlich durch Montenegro fahren verkündete das Navi „In 50 Metern rechts abbiegen und auf die Fähre fahren.“ Fähre? Wie jetzt?!
Ohne Ticket stehen wir vor der Fähre, sehen dann einen Verkaufspunkt und stellen fest, dass ich ja gar keinen Euro mehr in der Tasche habe. Also blockieren wir mal eben die Einfahrt, damit ich vorne Aussteigen, hinten einsteigen und in unserem Geheimversteck die Euronen rauskramen kann. Zum Glück nutzt Montenegro verbotenerweise den Euro, was sie übrigens zuvor auch mit der DM taten. Als wir dann auf die Fähre fahren wollten, hieß es: „Sorry, keinen Platz mehr, nehmen Sie die Nächste.“
Diese stand jedoch nebenan und letztendlich waren wir sogar schneller drüben, da wir auf der Fähre dann als erste runterfahren konnten. Die letzte Teilstrecke zum Stellplatz führte uns weg vom Meer, durch die Berge. Auch hier eine wirklich schöne Landschaft, aber Unmengen an Werbeplakaten, mit Werbung bemalten Wänden und Leuchtreklamen. Eine wahre Werbeflut! Während der letzten Etappe mussten wir kurz drehen, da wir im Kreisel zu früh rausgefahren sind. Bei diesem Manöver hupte es plötzlich und siehe da, Juergen klaute der Montenegrinischen Polizei die Vorfahrt. Ups…
Zuvor mussten wir die Hupe unzählige Male nutzen. Hier fährt echt jeder wie er will. Blinker, Tempolimits, Überholverbote, etc. Das ist alles scheinbar optional hier.
Je näher wir dem Stellplatz kamen, umso enger und waghalsiger wurden die Wege. Als wir dann noch die falsche Abfahrt nahmen, weil das Navi schlechten Empfang hatte und uns zu spät mitteilte, dass wir abbiegen müssen, wurde das Ganze noch enger und waghalsiger, aber nun stehen wir auf dem Campingplatz „Camp Oaza“ in einem Wäldchen in den Bergen, zahlen unglaubliche 10 Euro und freuen uns, dass die morgige Etappe kürze sein wird.
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