...auf Reisen

Teil 7 – „Habt keine Angst, unsere Verbrecher sind ja schon bei euch!“

Wir haben uns online ein paar Informationen zu den Regionen Albaniens angelesen, an denen wir gerade unterwegs waren bzw. sind und sind da auf Folgendes gestoßen. Der Albaner wisse über sein Image in Westeuropa. Pascha, Macho, krimineller Drogendealer und Autoknacker. Dabei solle man als Tourist keine Angst in Albanien haben, denn „unser Verbrecher sind ja schon bei euch!“

Dass man in Albanien keine Angst haben muss, können wir nur bestätigen. Ganz im Gegenteil. So nette und herzliche Menschen haben wir noch nirgendwo in unseren Urlaubsstätten erlebt. Beispielsweise haben wir heute einen jungen Mann, Prototyp für einen Pascha-Drogen-Dealer, Platz gemacht, damit dieser eine Waschstraße in einer engen und unüberschaubaren Gasse verlassen konnte. Er hielt neben unserem offenen Fenster an und sagte auf Deutsch: „Danke schön!“

Man wird überall gegrüßt, die Einheimischen winken und freuen sich, über die Größe des Wohnmobils und einfach jeder versucht mit seinen Brocken Deutsch zu glänzen. Einfach liebenswert!

Auch lernten wir, dass Albanien so groß ist wie Brandenburg. Witziger Weise haben wir schon mehr von Albanien gesehen, als von unserer Heimat Brandenburg.

Aber nun zu unserer heutigen Reise. Wir haben heute früh morgens den Platz am See verlassen, um noch einmal zu einem Geldautomaten zu fahren, um ein wenig LEK abzuheben. Dann gings weiter zum Biomarkt, der die teuerste Butter ever verkauft (Rund 8 Euro!). Das eigentliche Ziel war aber der Ohridsee, an der Grenze zu Nordmazedonien. Der, wie wir mittlerweile wissen, älteste See Europas. Auf dem Weg dorthin mussten wir Tirana passieren, was sich mal wieder als Katastrophe erwies. Wie im letzten Jahr staute es sich rund um die Hauptstadt. Würde Jürgen nicht so albanisch fahren (erst fahren, dann gucken, ihr erinnert euch), wären wir vermutlich noch immer unterwegs.

Wie gestern angekündigt hatten wir einen Platz am Ohridsee reserviert. Die dortige Rezeption schließt allerdings schon um 12 Uhr mittags. Wo gibts denn so was!? Da waren wir noch lange nicht am Ziel. Also mussten wir uns nach einer Alternative umschauen und fuhren dabei u. a. den Platz „Camping Erlin“ an. Und obwohl dieser schon voll war, rückten die Jungs des Platzes kurzerhand ein paar Blumenkübel zur Seite, bzw. versuchten es zumindest, sodass wir in der Einfahrt noch ein Plätzchen bekamen. Bei der Anmeldung erklärte der Vaddi, der vermutlich der Chef des Ganzen ist, dass wir morgen sicher einen besseren Platz bekommen könnten, wenn andere auschecken. Alle waren sehr bemüht, kümmerten sich um unsere Stromversorgung, erklärten alles mehrfach. Zeigten ständigen den Daumen hoch mit dem fragenden Kommentar „Gut?“. Da sind sie wieder, die Bröckchen Deutsch.

Nachdem wir so richtig angekommen waren, alles angeschlossen und ausgefahren hatten, widmete sich Jürgen der Vodafone-Karte. Er wollte wissen, wie viel wir bereits verbraucht haben, was man bei unseren Karten problemlos einsehen kann. Bei der Touristen-Karte war das nicht möglich, ohne sich anzumelden. Nun hat Jürgen uns dort angemeldet und siehe da, wir bekamen weitere 10 GB geschenkt und können für weniger als einen Euro kann man weitere 100 MB hinzubuchen. Als vergleich, wir zahlen 4,99 Euro für 100MB. Also falls ihr mal in Albanien unterwegs seid, meldet euch unbedingt mit der Karte bei Vodafone an.

Und nun abschließend noch ein eine Geschichtsstunde. Das Fürstentum Albanien war der erste unabhängige albanische Staat der Neuzeit. Es wurde nach dem ersten Balkankrieg im Jahr 1913 gegründet und existierte bis 1925. Damals war die Hauptstadt noch Durres, eine süße Stadt am Meer, die wir im letzten Jahr bereits besuchten. 1920 wurde dann Tirana die Hauptstadt. Aber warum erzähle ich euch das? Ganz einfach. Das erste Oberhaupt Albaniens war Wilhelm Friedrich Heinrich Prinz zu Wied, der im Jahr 1876 in Neuwied geboren wurde. Ein Rheinland-Pfälzer als albanisches Oberhaupt?! Vielleicht sollte ich hier in die Politik gehen? Er war zwar nur sechs Monate im Amt, aber immerhin.

2 Kommentare

  1. Geller

    Das ist ja toll: Die Verbrecher sind in Deutschland. Man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre. 😢

    • admin

      Na aber das ist ja der Witz daran, es ist ja in wirklich nicht so als seien alle Albaner kriminell. Diese Angst und den Hass gegen Menschengruppen schüren ja nur die Rechten. Das Klischee des Macho-Albaners ist genauso, wie wir in zig Ländern noch immer als Nazis gelten. Klar gibts davon noch viel zu viele in Deutschland, aber es bleibt zum Glück eine Minderheit.

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