Aus verschiedenen Gründen verzögerte sich unsere Abfahrt dieses Mal enorm, was auch dazu führte, dass wir unsere geplante Reise (Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Albanien, etc.) auf nächstes Jahr verschoben haben. Ob Honey mich schon vermisst?
Wir hatten einfach noch zu viel zu tun: Die Steuer zu erledigen, was wir dieses Mal nicht im Womo machen wollten. Das mobile Zuhause musste noch aufgerüstet werden. Defekte Bordbatterie austauschen, neue Sat-Anlage inkl. TV einbauen, neue Rückfahrkamera, etc. Da sich unser Schrauber zwei Rippen gebrochen hat, ging das auch nicht so zackig, wie geplant.
Die Fassadenerneuerung führte dazu, dass unser Balkon abgebaut und nun wieder (zumindest halbwegs) aufgebaut werden musste.
Außerdem hatte ich unmittelbar vor den Ferien einen Auffahrunfall, weil mir jemand von einem Parkplatz aus vors Auto fuhr. Hier mussten auch noch einige Dinge geklärt werden.
Und und und…
Lange Rede, kurzer Sinn: Wir wollten am 6. August starten, das Wohnmobil in der Werkstatt abholen und von dort aus in den Urlaub fahren. Aber nachdem die Bude aufgeräumt war (damit die Nachbarinnen beim Wohnungs-Sitten keinen Schock bekommen) und das Auto beladen war, war es schon wieder so spät, dass wir uns dazu entschieden haben, am Folgetag morgens zu starten. Das traf sich insofern gut, als dass sich unser neuer Nachbar aus der Tiefgarage ausschloss und wir ihm so noch mitten in der Nacht aus der Patsche helfen konnten und wir darüber hinaus online ein Angebot für einen gebrauchten E-Scooter entdeckten, der unschlagbar günstig in Hellersdorf zum Verkauf stand. Da ich bei Womo-Touren als Nicht-Fahrradfahrer mobiler sein möchte, haben wir seit Längerem nach Rollern Ausschau gehalten. Gesagt getan, wir also morgens nach Hellersdorf, um den giftgrünen Roller abzuholen und weiter zur Werkstatt. Erste Roller-Testfahrten waren mehr als gewöhnungsbedürftig. Das bedarf definitiv noch der Übung und vor allem eines Helms.
In Nauen packten wir dann fix alles ins Womo und starteten in Richtung Ostsee, mit kleinem Stopp beim Brieselanger Rewe. Wie nervig ist es bitte, in der Gegend des Arbeitsplatzes einzukaufen? Musste mich schon beim Parken vor Schülern verstecken. Gut, dass ich in Potsdam wohne.
Der erste echte Halt war dann ein Womo-Platz namens „Am Großen Priepertsee“, an selbigem gelegen und somit am Rande der mecklenburgischen Seenplatte. Der Platz war sehr schön, freundliche Betreiber, gute Lage und gemessen am hiesigen Preisspiegel auch günstig. Deutschland ist echt verrückt, was die Preise angeht. Man bekommt kaum was geboten auf den Plätzen, zahlt für jedes Extra separat (z.B Strom, Wasser, Duschen, etc.) und soll dann pro Nacht 40 Euro zahlen. Vor ca. 11-12 Jahren haben wir auf Rügen noch 15 Euro bezahlt, nun wollen sie 40 haben. Und der Platz ist mitten im Wald, nicht mal direkt am Meer oder mit Nähe zur City.
Das doppelte Nicochen
Nun gut, während wir das Womo-Chaos beseitigten und alles verstauten und uns wieder einrichteten, erreichte uns eine Nachricht unserer ehemaligen Nachbarin. Mit dieser habe ich unmittelbar vor Abfahrt telefoniert, weil sie mich auf einem Wahlplakat gesehen haben wollte. Zum Beweis fuhr sie erneut dort vorbei, um das Plakat zu fotografieren und was soll ich sagen, ich habe einen Doppelgänger. Das war mir schon länger bewusst, weil z.B. ehemalige Schülerinnen von mir bereits davon sprachen und unser Stamm-Inder mich fragte, ob ich bei Rewe arbeite, da er mich dort gesehen habe. Aber seht selbst:

Vom See aus gings weiter nach Neubrandenburg, wo wir beim Abholservice von Mediamarkt noch eine Tastatur fürs Tablet sowie Batterien und eine Speicherkarte abholen wollte. Eine weitere reservierte SD-Karte stornierten wir. Warum ich das erzähle? Dazu später mehr! Danach fuhren wir nach Usedom, wo wir aufgrund der unglaublich schlechten und teuren Plätze „wild“ campten. Für 5 Euro / Tag auf öffentlichen Parkplätzen, direkt an den Dünen. Schön, ruhig und günstig.
Mediamarkt fürn Arsch…
Um dann aber nochmal alles aufzufüllen bzw. zu leeren, wollten wir erneut einen Platz anfahren. Auf dem Weg hielten wir kurz an einem Supermarkt, um dort bei DHL ein Paket für die Tochter von Freunden abzugeben, da diese Geburtstag hatte und im nächsten Monat zur Schule kommt. Während ich dort so darauf wartete, an der Reihe zu sein, checkte ich meine Mails und dachte: „Bitte was?“ – Eine Stunde nachdem ich bei Mediamarkt war, habe ich angeblich die stornierte Karte doch noch abgeholt, weshalb man rund 25 Euro von meinem Konto abbuchte. Umgehend habe ich bei der Service-Hotline angerufen, um einem Mitarbeiter mein Anliegen zu schildern. Dieser versicherte mir, dass er alles an den Markt weiterleite, diese dann 24 Stunden Zeit hätten, um alles zu klären und ich im Anschluss daran eine Mail zur Info erhalte. Spoiler: Nach über 48 Stunden hatten wir noch immer keine Infos geschweige denn das Geld zurück, weshalb Jürgen eine leicht ungehaltene und sehr direkte Mail an Mediamarkt sendete, mit dem Hinweis, dass es sich unserer Meinung nach um Betrug handelt und wir das Vorgehen zur Anzeige bringen werden, wenn nicht umgehend gehandelt wird. Nach einer „Wir prüfen das und melden uns erneut“ Mail und weiteren zwei Tagen Wartezeit, war das Geld kommentarlos auf dem Konto. Kein Sorry, kein Hinweis, wie es dazu kam. Nichts. Was ein Saftladen!
Aber zurück zur eigentlichen Fahrt: Wie gesagt wollten wir einen Platz anfahren, um alles aufzufüllen und zu leeren. Der ausgewählte Stellplatz war schön gelegen an einem Hafen, mit süßem Imbiss in einem Bötchen, namens „Zum dünnen Hering“, aber auch hier: eigentlich vergleichsweise günstig für ca. 28 Euro, aber keiner mehr da zur Anmeldung. Der Platz ein Acker. Bei der einfahrt ein großes Schild mit Befehlen. „Verhalten Sie sich so… unterlassen Sie dies… und wer nach 17 Uhr ankommt, hat trotzdem den vollen Tag, am Folgetag umgehen zu entrichten. Hierfür finden Sie sich zum Beginn der Öffnungszeit unaufgefordert in der Anmeldung ein“ – Äh, wir finden uns unaufgefordert auf dem süßen Parkplatz am Hafen ein, der direkt neben dem Womo Platz liegt, kostet auch nur fünf Euro pro Nacht. Klar, wieder „wild“ ohne Wasser, Strom und co, aber dieser DDR-Befehlston, nein danke!
Von hier aus gings in Richtung polnische Grenze, mit Stopp beim Rewe. Hier habe ich dann aus Faulheit ein Eis ins Gefrierfach stopfen wollen, ohne zuvor Platz vorm Kühlschrank zu schaffen, wo u.a. der Roller lag und eine Kiste Bier stand. Das Gefummel und Geschiebe bei halbgeöffneter Tür sorgte dafür, dass ich das Scharnier des Frostfaches abgerissen habe. Total ätzend, weil wir das Fach jetzt nicht richtig nutzen können und somit schon wieder eine erneute Reparatur ansteht.
Polen haben wir dann doch nicht angefahren, da die Rezensionen der Plätze, wie soll ichs sagen „speziell“ waren. Trinkgeld wird heimlich abgebucht. Vereinbart wird Betrag A, auf der Rechnung steht ein höherer Betrag B und abgebucht wird ein noch höherer Betrag C.
Oder Betreiber werden aggressiv und vertreiben Kunden mit Androhung von Gewalt, weil diese die abweichenden Preise ansprechen.
Oder Plätze sind für 80 Euro nur matschige Schlammfelder ohne alles, weil Toiletten und Duschen außer Betrieb sind.
Das alles klang so schlimm, dass wir uns dazu entschlossen hatten, in Deutschland zu bleiben. Also musste Jürgen erneut nach einem Platz suchen.
Schreibe einen Kommentar