Die diesjährige Tour steht nicht nur im Zeichen des Räumens und Umbaus, leider steht die Tour auch im Zeichen des Kaputtgehens und Kaputtmachens.

Den Anfang machte ich, als ich das Frostfach abgerissen habe. (Update: die Reparaturversuche scheiterten. Der Kühlschrank ist zu alt und morsch. Provisorisch wäre es gegangen, aber letztendlich muss ein neuer Kühlschrank her, er bereits bei unserem Schrauber eingegangen ist.)

Dann tropfte es nachts plötzlich auf Jürgen. Wir musste feststellen, dass das Dachfenster undicht ist, was bei einem Womo richtiger Mist ist, da Wasserschäden schnell der Tod eines alten Mobils darstellen. Also sofort der Werkstatt gemeldet, damit das Problem zügig behoben wird.

Weiter ging es mit der LED des Wasserboilers, die nur noch rot (Fehler) und gelb (heizt auf) anzeigt, aber nicht mehr grün (ich wäre dann soweit), was dazu führt, dass man vergisst, dass der Boiler noch angeschaltet ist. Das hat einen unnötigen Gasverbrauch zur Folge.

Beim Kochen stellten wir fest, dass nur noch eine Platte funktioniert. Eine geht sofort aus, wenn man den Knopf loslässt, die andere erlischt sobald ein Topf drauf gestellt wird. Juti, eigentlich war das der Anfang meiner Zerstörungswut. Der aufmerksame Leser (d, m, w) erinnert sich vielleicht an Montenegro 2023, als ich in den Bergen ein Käffchen aufkochen wollte und dabei vielleicht versehentlich alles in den Herd kippte. Tja, die Instantsetzung und Reinigung damals war wohl nur so semierfolgreich.

Außerdem klemmen weitere Fensteraufsteller und ein Lüfter im Bad, bzw. im Fach der Toilettenkassette gab ebenfalls seinen Geist auf. Da die Toilette so nahezu nicht mehr nutzbar war, kam Jürgen auf die glorreiche Idee, das Teil zu bestellen und zur Postfiliale in Loitz liefern zu lassen. Das hat tiptop funktioniert und (bitte mal ein bisschen Applaus) ich konnte das Teil dann austauschen. Alles funktioniert wieder tadellos.

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass ich allmählich zum Handwerker werde. Nicht diese Art sexy Handwerker, der alles sofort hinbekommt. Eher die mit Maurerdekolletee, bei dem die Hälfte kaputtgeht und am Ende alles schief eingebaut ist, aber hey, immerhin…

Die Lieferung führte dazu, dass wir erneut verlängerten und nun zu den Stammgästen in Loitz gehören. An dieser Stelle möchte ich nochmal ein Lob an Mediamarkt aussprechen (nicht!) – Ihr erinnert euch doch an das Chaos mit der stornierten Ware. Nun haben wir nochmal was bei Mediamarkt bestellt und auch einen DHL-Filiallieferung veranlasst. Aber Schweinchen Schlau hat das Ganze dann mit DPD versendet. Natürlich war DPD ratlos, wie sie die Filiale beliefern können, ist ja schließlich der natürliche Feind. Also lag das Paket zig Wochen im „Logistikzentrum der Zielregion“, bis es endlich zurückging und wir unser Geld zurückbekamen. Mediamarkt, echt bester Mann, hust…

Von Loitz gings dann, mit einem kleinen Zwischenstopp bei Rewe (was dank Baustellen gar nicht so einfach war), weiter zum nächsten Platz. Ein Campingplatz an einem Badesee in Goldberg. Super schön gelegen, ein sehr freundlicher Berliner Betreiber, Brötchenservice (leider nur Aufbackbrötchen, aber besser als nüschte), WLan inklusive. Alles sauber und gepflegt. Nicht günstig, aber wir wollten unsere WLan-Antenne ausprobieren und gemessen an der Konkurrenz, ist der Platz definitiv im Rahmen. Außerdem gibts hier was richitg cooles: eine WC-Kassetten-Entleerungsmaschine. Richtig crazy bzw. „wyld“, wie diese jungen Menschen zu sagen pflegen.

Hier durften wir dann die nächste Baustelle entdecken: Unsere Markise ist vorne links eingerissen. Grrr….

Nach einem dreitätigen Stopp am See machten wir den Abschluss auf einem Stellplatz in Kyritz. Von dort aus sollte es dann gemütlich zur Werkstatt gehen, wo wir das Womo zukünftig dauerhaft stehen haben. Zuvor haben wir noch einen anderen Platz angefahren, leider war dieser (wie beschrieben) sehr heruntergekommen. Was wir aber nicht in den Bewertungen gelesen hatten, dass es nahezu unmöglich ist, den Betreiber zu finden. Als ich dann den Imbiss aufsuchte, um nach dem Betreiber zu fragen, wurde ich gefühlt fünf Minuten ignoriert, wesehalb ich kommentarlos ging und wir weiterfuhren, um unser Geld woander zu lassen. Wer nicht will, der hat gewollt. (Kennste? Kennste!)

Für 10 Euro kann man in Kyritz auf einem öffentlichen Parkplatz stehen. Die Gebühr zahlt man besser mit App, da man sonst durch die halbe Stadt touren muss, um den Automaten aufzusuchen. Was das soll? Keine Ahnung. Der Platz ist insofern ganz gut für uns, weil er nicht ganz so weit weg ist von Potsdam bzw. unserer Werkstatt in Nauen, wir alles vor Ort haben, auch wenn es nicht inklusive ist. (Frischwasser, Abwasser, Toilettenleerung, Strom, öffentliche WCs und Duschen) Außerdem ist ein Supermarkt inkl. Bäcker gegenüber und ein Imbiss direkt auf dem Platz. Für Umbau- oder Testfahrten ist dieser Platz für uns also ideal. Hier konnte ich dann auch erste richtige Probefahrten mit dem Roller unternehmen. Wackelig, aber läuft!

Unangenehm ist nur, dass der Platz ein Nazitreff ist. Junge Glatzen trafen sich den halben Tag auf den Bänken des Platzes, hörten Rechtsrock und betranken sich mit Bier. Sehr unangenehm, aber das ist wohl der neue Osten, mit dem man in Zukunft leben muss.

Als die Glatzen ihre Tölen bei unserer Abfahrt frei rumlaufen ließen, hatten sie dann Angst, dass wir die Köter von ihren Herrchen erlösen könnten und äußerten das liebevoll mit: „EEEEEEEEYYYY!!!!!!!! HALT! – man weiß ja nie, ob diese fetten Dreckschweine aufpassen!“ Jap, das ist der neue Osten, mit dem wir alle nun leben müssen!