Nachdem ich am Vortag, dem letzten Abend in Kroatien den vorangegangenen Blogeintrag beendet hatte, haben wir uns überlegt, dass Kochen und Spülen für einen letzten Urlaubstag zu aufwendig ist, also haben wir kurzerhand den Lieferdienst des Platzes bemüht. Online mit Stellplatznummer geordert und wenige Minuten später klopfte es an der Womo-Tür. Die Pizza war grandios, weshalb wir beim nächsten Mal (die nächste Kroatienreise ist bereits gebucht) das Restaurant sicher stärker nutzen werden.
Am 29.12. stand leider die Abreise an. Da wir am Vorabend die wichtigsten Dinge gepackt hatten und wir ja dank Pizzaservice nichts spülen mussten, ging die Abreise vom Platz sehr fix. Noch schnell Grauwasser abgelassen und schon waren wir auf der Piste. Bei strahlendem Sonnenschein, im Shirt und bei offenen Fenstern verließen wir den Platz, der nach Weihnachten dann doch noch sehr voll geworden ist.
Bis Ljubljana gings super schnell. Freie Fahrt und freie Sicht. Nach einer kurzen Pause gings dann weiter, aber leider änderte sich dann das Wetter. Nachdem es dunkel wurde, wurde es auch zunehmend nebeliger. Die teilweise extrem kurze Sichtweite führe dazu, dass wir nur sehr langsam vorankamen. Als wir dann im Dunkeln und bei eisiger Kälte Slowenien verlassen wollten, wurden wir an der Grenze rausgewunken. Man bat uns unsere Vignette vorzuzeigen. Ich also in den Mail danach gesucht und verdutzt festgestellt, dass diese bereits am Vortag abgelaufen war. Man sagte uns, dass sich das mit dem System der Kontrolleure deckte. Man bat mich raus, um am Fahrzeug des Kontrollteams eine Strafe zu entrichten. Na super, aber wie kam es dazu? Während ich zitternd in der Kälte stand und der freundliche, aber leider pflichtbewusste Kontrollmann unsere Daten erfasste, dachte ich so darüber nach und dann viel mir die folgende Konversation ein:
Nicolas, am Handy alle Mautgebühren online buchend: „Also eine Woche Slowenien kostet 16 Euro, ein Monat 32, soll ich dann direkt den Monat buchen?“
Juergen: „Nee, mach mal nur eine Woche, denn wenn wir z.B. wegen Schneefalls eine andere Route nehmen müssen, sind die 16 Euro unnötig. Wenn wir dann doch durch Slowenien fahren, zahlen wir eine zweite Woche und sind ja auch nur bei den 32 Euro!“
Nicolas: „Stimmt, ergibt Sinn!“
So nun haben wir die zweite Buchung also vergessen und um gegebenenfalls 16 Euro zu sparen selbstverschuldet eine Strafe kassiert. Die 16 Euro mussten wir natürlich zusätzlich entrichten. Aber was glaubt ihr, was kostet so eine Strafe für eine Vignette, die einen Tag abgelaufen war?
- 50 Euro
- 100 Euro
- 150 Euro
1 – 2 – oder 3 – Letzte Chance vorbei! Hust… Es waren tatsächlich stolze 150 Euro! In Worten: Hundertfünfzig Euro, nur um gegebenenfalls 16 zu sparen.
Nachdem wir bereits 2x Slowenien mit der Slowakei verwechselten und daher unnötig eine Maut bezahlten, haben wir nun das Trippel komplett gemacht. Slowenien geht somit in die Geschichte ein, als das Land, dass uns am unnötigsten Geld kostete.
Nach Slowenien war die Fahrt dank Salzmatschspritzwasserschmutz (Ich liebe die deutsche Sprache für solche Komposita!) ziemlich ätzend. Also kamen unsere brandneuen Bosch-Scheibenwischer zum Einsatz und siehe da, wir sahen nix! Die Dinger sind die reinste Katastrophe gewesen. Eine Mischung aus ermüdetem Wischerarm und ungeeigneten Wischern führte dazu, dass ich nur gebückt durchs Fenster sehen konnte und Juergen nur in einem winzig kleinen Feld. Wir also in regelmäßigen Abständen an Tankstellen raus, um die Scheiben zu reinigen. Wasser, welch nerviges Element! Der rote Faden unseres Urlaubs, er zieht sich weiter durchs Geschehen.
All das war super anstrengend und ermüdend, weshalb wir kurz hinter München auf einem Rastplatz übernachteten, um dann am Folgetag einen Baumarkt anzusteuern. Gasflasche tauschen und neue Scheibenwischer besorgen, aber leider mussten wir feststellen, dass der gemeine Deutsche wohl nix mehr selbst macht, an seiner Karre. Denn im Baumarkt gibt’s einfach nichts mehr fürs Auto. Billiges Frostschutzmittel und ein Wühltisch mit Duftbäumen und Eiskratzern war alles. Also doch nur Gas, Scheiben erneut geschrubbt und weiter.
Als der Nebel uns dann wieder zusetzte und die Sicht einfach zwischen furchtbar und katastrophal schwankte, hielten wir an einer Tankstelle und ich besorgte einen neuen Wischer, der allerdings zu kurz ist, weil es nur mini, super mini und super mini mini Scheibenwischer gab, aber wir dachten uns: Alles besser als jetzt! Als Wischer im Dunkeln angebracht und weiter. Leider ohne sichtbare Verbesserung. Wir hangelten uns also nach Brandenburg an der Havel, wo wir auf einem Womo-Platz übernachteten, um am 31. Dezember bei Freunden Silvester zu feiern.
Als guter Beamter bin ich natürlich auch in den Ferien immer früh auf den Beinen. Während sich Juergen noch von den Strapazen der Tour erholte, ging ich meiner neuentdeckten Leidenschaft nach: Scheiben putzen! Und was soll ich sagen, also Automechaniker werde ich in diesem Leben nicht mehr. Beim Scheibenschrubben entdeckte ich, dass ich eine durchsichtige Plastikschutzschiene am Wischer übersehen hatte. So kann das natürlich nix werden. Der neue Wische ist zwar noch immer zu kurz, aber funktioniert wenigstens, sodass das wichtigste Sichtfeld wieder frei war.
Nachdem ich auf Krk zum Kanister-Schlepper wurde, wollten wir in Brandenburg dann nochmal den Wassertank komplett füllen, da wir wussten, dass unser Anschluss hier (wie sonst auch überall) problemlos klappte. Aber im Winter muss man die Mitarbeiterin des Platzes kontaktieren, die einem einen Wasserzugang in einem Schuppen öffnet. Also via SMS alles angekündigt und zack stand Bianka uns zur Seite. Super freundlich, gesprächig und witzig plauderten wir, während unser Mädchen Frischwasser bekam.
Da wir erst gegen 18 Uhr zur Silvesterfeier aufbrechen wollten, fragten wir Bianka kurzerhand, ob wir trotz 12 Uhr Abreisefrist etwas länger bleiben könnten. Sie erklärte, dass wir für eine gute Bewertung gerne auf einem kleine Stück Rasen stehen bleiben könnten, da dieser Platz nicht gebucht werden kann. Gesagt getan, wir zu Rewe einkaufen, dann zurück zum Platz und entspannt gefrühstückt. Um 18 Uhr gings dann in Richtung Feier. Dort angekommen war das Chaos groß. Unser großes Gefährt passte in die meisten Lücken nicht rein oder sie waren zu weit entfernt. Also riefen wir die Gastgeber an und brainstormten, wie wir das Problem lösten. In der brandenburgischen Siedlung sorgten wir mit dem Schiff für aufsehen, sodass nicht nur unsere Gastgeber beim Einparken behilflich waren, auch die Nachbarschaft beäugte uns. Nachdem Autos umgeparkt wurden und Nachbarn ihre Plätze für uns „freigaben“, konnten wir direkt vor der Tür parken. Dit is ein Service! Die Lücke war zwar eng, aber mit etwas Rangieren klappte es. Nach einer schönen Silvesterfeier bei Käsefondue und Champagner wollten wir gegen 11 Uhr Vormittags aufbrechen.
Beim Verabschieden sagte man uns noch mit einem Augenzwinkern: „Beim Ausparken bitte keine Autos beschädigen, wenns geht!“ Aber Raus gings deutlich leichter, doch dann in schepperte es in der ersten Kurve. Juergen fuhr auf Seite und wir hörten ein schrappen und knirschen. Was ist das jetzt schon wieder? Ich raus und nach hinten und siehe da. Unsere Leiter hatte sich (oder wurde) gelöst und knallte auf den Boden. Was ein Glück, dass das nicht beim Ein-/Ausparken passiert ist, sonst hätten wir das Auto hinter uns geschrottet. Ich ins Womo gehüpft, Kabelbinder geholt und die Leiter zusätzlich zum Verschluss gesichert.
Zuhause angekommen haben wir dann noch das Nötigste ausgeladen und das dreckige Womo bestaunt. Das Mädchen hat bei der Wintertour ganz schön was mitgemacht. Aber trotz kleiner Ereignisse hat es uns trotzdem sicher nachhause gebracht.
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